Was in den Wechseljahren mit den Knochen passiert

und warum manche Stellen besonders betroffen sind

Während der Wechseljahre verändern sich nicht nur der Hormonhaushalt und das Wohlbefinden, sondern auch die Knochensubstanz. Viele dieser Veränderungen bleiben unbemerkt bis sie spürbar oder sogar sichtbar werden. Im Mittelpunkt steht der zunehmende Knochenabbau, der ganz natürlich mit dem Rückgang des Hormons Östrogen verbunden ist.

Östrogen hat im gesunden Körper eine schützende Wirkung auf die Knochen:
Es hemmt den Knochenabbau und fördert den Aufbau neuer Knochensubstanz. Sobald die Hormonspiegel sinken – meist ab Mitte 40 gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance. Der Körper baut mehr Knochen ab, als er neu bildet. Das Ergebnis ist eine abnehmende Knochendichte, die das Skelett instabiler macht. Besonders in den ersten fünf bis sieben Jahren nach der letzten Regelblutung kann dieser Prozess schnell voranschreiten. Bis zu 20 Prozent der Knochensubstanz können in dieser Zeit verloren gehen, oft ohne erkennbare Symptome.

Doch nicht alle Knochen sind gleich stark betroffen. Einige Stellen im Körper reagieren besonders empfindlich auf den Hormonrückgang und sind deshalb anfälliger für Abbau und Brüche:

Lendenwirbelsäule:
Der untere Rücken besteht aus besonders stoffwechselaktivem Knochengewebe, das rasch auf Östrogenmangel reagiert. Typisch sind Rückenschmerzen, ein „Einfallen“ der Haltung oder ein allmählicher Verlust an Körpergröße durch Wirbelkörperbrüche.

Oberschenkelhals (Hüfte):
Dieser Bereich trägt das Körpergewicht und ist bei Stürzen besonders gefährdet. Hüftbrüche zählen zu den häufigsten und folgenreichsten Verletzungen bei Osteoporose.

Handgelenke und Unterarme:
Gerade bei einem Sturz dienen die Hände zum Abfangen. Durch den Knochenschwund kann es bereits bei leichten Belastungen zu Brüchen kommen.

Rippen und Becken:
Auch diese Bereiche bestehen teilweise aus porösem Knochen und können bei alltäglichen Belastungen – wie starkem Husten oder Drehen im Bett schmerzhaft reagieren oder sogar brechen.

Knochenschwund in der Menopause ist kein unausweichliches Schicksal. Bewegung, Ernährung und gezielte Prävention können viel bewirken. Besonders hilfreich sind regelmäßige Spaziergänge, leichtes Krafttraining, ausreichend Kalzium und Vitamin D sowie eine bewusste Lebensweise. Auch eine medizinische Abklärung der Knochendichte kann sinnvoll sein, um Risiken frühzeitig zu erkennen.

Dieser Artikel dient lediglich zur Information und ist kein Ersatz für eine Therapie oder einen Arztbesuch.